Einwegplastik: Staat in Australien verbannt als weltweit erster Sojasoßen-Fische

Um Plastikmüll zu verringern, verbietet der Bundesstaat South Australia kleine Behälter mit Sojasoße fürs Sushi. Denn die Plastikfische können Jahrzehnte in der Umwelt bleiben.

Wer im Supermarkt Sushi kauft, der kennt sie, die kleinen Plastikfische mit roter Kappe, die mit der Sojasoße gefüllt sind. Für viele sind sie ein niedlicher und fester Bestandteil der Mahlzeit. In einem Teil Australiens müssen sich Sushi-Liebhaber nun aber von den kleinen Würz-Tierchen verabschieden. 

Ab dem 1. September sind die Plastikfische im Bundesstaat South Australia verboten. Diese Maßnahme ist Teil der Bemühungen des Bundesstaates, Einwegplastik zu reduzieren, wie die Kommunalverwaltung von Adelaide Hills auf ihrer Homepage mitteilt.

Neben den Sojasoßenspendern sind auch Plastikstrohhalme, Plastikbesteck, das an Lebensmittel- und Getränkepackungen befestigt ist, sowie vorverpackte EPS-Behälter wie Nudelbecher verboten. Nicht kompostierbare Obst- und Gemüseetiketten dürfen ebenfalls nicht mehr in Umlauf gebracht werden, berichtet die australische Nachrichtenseite news. com.au.

Plastikfische für Sojasoße sind ein Umweltproblem

South Australia ist der erste australische Bundesstaat, der die Sojasoßenbehälter verbietet. Zwei weitere Bundesstaaten könnten folgen. Laut dem Sender Sky News ist South Australia sogar der erste Ort weltweit, an dem die kleinen Plastikfische verboten werden.

Umweltministerin und stellvertretende Ministerpräsidentin Susan Close begründete das Verbot der Soßenbehälter so: „Jeder fischförmige Behälter wird nur für wenige Sekunden verwendet, bleibt aber jahrzehntelang oder sogar jahrhundertelang in der Umwelt, wenn er weggeworfen wird.“ 

Aufgrund ihrer geringen Größe könnten sie leicht fallen gelassen, weggeweht oder in die Kanalisation gespült werden, sodass sie häufig zu Strand- und Straßenmüll würden, so Close. Beim Recycling seien sie zu klein, um von Sortiermaschinen erfasst zu werden, weshalb sie auf Deponien oder in der Umwelt endeten. „Wenn sie weggeworfen werden, können sie in Mikroplastik zerfallen, das in Böden, Gewässern und Ozeanen verbleibt“, zitiert sie news.com.au. Die Sojasoßen-Fische könnten aber durch nachhaltigere Alternativen ersetzt werden.

Forscherin: Andere Tiere könnten Plastikfische fressen

Dr. Nina Wootton, Meeresökologin an der Universität Adelaide, sagte der britischen Zeitung „The Guardian“, dass Plastik-Sushi-Fische schädlich seien, da sie von Meereslebewesen mit Nahrung verwechselt werden könnten. 

„Wenn sie noch nicht in Mikroplastik zerfallen sind und in ihrer ganzen Form herumschwimmen, könnten andere Organismen (…) sie für einen Fisch halten und sie dann fressen“, sagte Wootton.

Bereits im September 2023 hat South Australia mehrere Einwegplastikartikel verboten, darunter Einkaufstüten, Rührstäbchen, Becher, Wattestäbchen, Konfetti sowie Ballonstäbe und -bänder. Laut Regierungsangaben haben lokale Unternehmen seit 2021 mehr als acht Millionen Einweg-Kunststoffartikel aus dem Verkehr gezogen. 

Fischförmige Soßenbehälter aus Kunststoff wurden laut dem japanischen Sender Radio Kansai im Jahr 1954 von Teruo Watanabe erfunden. Zuvor gab es die Behälter nur aus Glas oder Keramik. Die kleine „Lunch Charm“ genannte Erfindung verbreitete sich schnell in Japan und später weltweit.