Nach der 1:2-Niederlage am Samstag gegen Preußen Münster wächst beim VfL Bochum der Druck. Doch der Club will auf die Krise reagieren und hat einen Neuzugang aus der Bundesliga im Blick.
Eine Szene mit Symbolcharakter: Während die Profis von Preußen Münster ausgerechnet unter den Klängen von Herbert Grönemeyers „Bochum“ von ihren Fans auf dem Platz im Bochumer Stadion gefeiert wurden, schallte den Spielern des VfL Bochum ein Pfeifkonzert ihrer Anhänger entgegen. Zuvor hatte Münster gegen Bochum 2:1 (1:1) gewonnen – und die Krise beim Revierclub verschärft.
„Natürlich hatten wir uns den Saisonstart anders vorgestellt“, gestand VfL Sportgeschäftsführer Dirk Dufner nach der dritten Pleite im vierten Spiel. „Die Enttäuschung ist da, ist doch klar. Die Erwartungshaltung ist eine andere, wir wollen oben mitspielen“, sagte Trainer Dieter Hecking. Die Realität: drei Punkte und Platz 15.
Guter Saisonstart für Münster
Münster dagegen erwischte mit sieben Zählern im zweiten Zweitligajahr einen guten Saisonstart. Am Samstag sorgte Joshua Mees mit seinem Doppelschlag (27. und 49. Minute) vor 26.000 Zuschauern für die Entscheidung, Philipp Hofmann (44.) erzielte den zwischenzeitlichen Ausgleich – viel mehr Chancen hatte Bochumer nicht. „Die Torgefahr geht uns momentan ab“, sagte Hecking.
VfL bleibt weitgehend harmlos
Nach Mees‘ zweitem Tor übernahm Bochum zwar die Initiative und mühte sich, aber Torraumszenen waren Fehlanzeige. Keeper Timo Horn kritisierte: „Wenn man 50 Minuten Zeit hat, um das Spiel zu drehen, und dann keine Chance herausspielt, ist das einfach zu wenig.“
Nun soll auf der Zielgeraden des am Montagabend endenden Transferfensters nachgelegt werden. War am Freitag der Transfer von Yusuf Kabadayi (FC Augsburg) kurz vor dem Abschluss überraschend noch am Veto der Bochumer Club-Bosse gescheitert, steht schon Ersatz aus der Bundesliga bereit.
Neuzugang aus Leverkusen
Von Bayer Leverkusen soll der 19-jährige Farid Alfa-Ruprecht ausgeliehen werden, den die Werkself selbst erst in diesem Sommer von Manchester City verpflichtet und mit einem Vertrag bis 2030 ausgestattet hat. Der Rechtsaußen war am Samstag schon im Bochumer Stadion. „Er ist interessant für uns und durchaus hier, weil wir uns mit ihm beschäftigen“, sagte Dufner.