Kampfmittelbeseitigung: In den Ruhestand: Stadt dankt oberstem Bombenentschärfer

34 Großbomben, tonnenweise Sprengstoff: André Müller hat Oranienburg von gefährlichen Altlasten befreit. Was ihm die Stadt zum Abschied sagt.

Brandenburgs oberster Kampfmittelbeseitiger geht in den Ruhestand. Die Stadt Oranienburg sprach dem technischen Einsatzleiter beim Kampfmittelbeseitigungsdienst Brandenburgs, André Müller, deswegen einen ganz besonderen Dank aus. Die Stadt habe ihm viel zu verdanken, hieß es in einer Mitteilung der Stadtverwaltung. Er habe „Großartiges geleistet, eine ganze Stadt hat aufgeatmet, wenn es am Abend nach einer geglückten Bombenentschärfung „Wieder eine weniger“ hieß“, sagte Bürgermeister Alexander Laesicke (parteilos).

Allein in Oranienburg, wo er seit 2009 tätig war, habe Müller an der Entschärfung und Sprengung von 34 Großbomben mit chemischem Langzeitzünder mitgewirkt. Außerdem habe er die Stadt von tonnenweise Kampfmitteln unterschiedlichster Art befreit. „André Müller hat maßgeblich zur Sicherheit Oranienburgs beigetragen“, hieß es in der Mitteilung der Stadt.

Bundesweit sei keine Region bekannt, die derartig durch Bomben mit chemischen Langzeitzündern belastet sei wie Oranienburg, sagte ein Sprecher des Innenministeriums vor einiger Zeit. Im Zweiten Weltkrieg war unter anderem wegen besonderer Bodenverhältnisse in Oranienburg ein Großteil der Bomben nicht explodiert, sodass eine hohe Zahl an Blindgängern im Boden vermutet wird.